So früh wie in diesem Herbst sind die rheinhessischen Winzer noch nie mit der Lese fertig geworden. Um ganze 45 Tage ist der Reifetermin innerhalb der vergangenen vier Jahrzehnte „nach vorne gerutscht“. Das jedenfalls sagt Udo Diel, der das Erntegeschehen im „Land der 1000 Hügel“ – also der Region zwischen Mainz, Worms, Alzey und Bingen – im Auftrag des für die Vermarktung der Rebensäfte zuständigen Vereins Rheinhessenwein auch diesmal wieder im Auge behalten hat. Fast überall hätten sich die Winzer, weil es im August und September ja kaum geregnet habe, über kerngesunde und qualitativ hochwertige Trauben freuen können. Nur bei den Erträgen, vor allem in vergleichsweise jungen Weinbergen, sei man häufiger unterdurchschnittlich geblieben. Während der Großteil der Lese, ob rot oder weiß, schon in die Keller geschafft sei, hängen laut Diel in einzelnen Wingerten noch ein paar „Pergel“, also Beeren, weil einige experimentierfreudige Erzeuger auch diesmal auf baldige Frostnächte und entsprechend guten Eiswein hofften. Gut 70 Winzer werben für Wein Bis zur Premiere des neu geschaffenen rheinhessischen Weinfestivals „wine2gether“, das am 23. und 24. Oktober erstmals in Mainz zu erleben sein soll, dürfte sich aber auch in Deutschlands größtem Weinanbaugebiet die Hektik der Erntezeit längst wieder gelegt haben. Dann bleibt den Erzeugern ja vielleicht selbst etwas Zeit, um sich das neue Veranstaltungsformat in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt aus der Nähe anzuschauen; und dabei womöglich mit einigen der rund 70 beteiligten Winzerkollegen ins Gespräch zu kommen. Hauptzielgruppe des an zwei Tagen und an drei Orten zu besuchenden Genuss-Events sind allerdings nicht die Produzenten, sondern schon die Verbraucher, die man für Rebensäfte aller Art begeistern und mit der Region in Verbindung bringen möchte, wie Stefan Braunewell, der Vorsitzende des Rheinhessenwein e. V., beim Vorab-Pressetermin erklärte. Dabei soll eine „moderne Inszenierung“ – mit diversen Talk-&-Taste-Runden sowie Tanz und Livemusik an den Abenden – gerade ein jüngeres Publikum zum Besuch des Festivals bewegen, das den Gästen im Waschsalon des kurz „Kuz“ genannten Kulturzentrums, im Restaurant „Esszimmer“ des Landtags und im Club Roxy an der Holzhofstraße ein breit gefächertes Programm verspricht. Tickets, die am Freitag und Samstag zum Eintritt an allen drei Veranstaltungsorten, inklusive finaler Afterparty, berechtigen, kosten im Vorverkauf 49 Euro und ermäßigt 29 Euro. Laut Organisationsteam dürfen sich alle Interessierten auf viel Genuss und reichlich Informationen freuen, müssen aber „keine langen Vorträge und auch keinen Fachjargon“ befürchten. Weitere Informationen unter www.rheinhessen.de/wine2gether.
